Zu viel von allem?
Der Sommer beginnt. Überall locken Feste, Treffen und Veranstaltungen. Eigentlich etwas Schönes.
Und das führt bei manchen Menschen zu einem inneren Druck – es wird langsam zu viel.
Das Gefühl, allem gerecht werden zu müssen.
Noch dieses Treffen. Noch diese Einladung. Noch dieses Gespräch.
Und irgendwann meldet sich der Körper.
- Ein Ziehen im Bauch.
- Innere Unruhe.
- Das Bedürfnis, einfach nur noch Ruhe zu haben.
Spätestens hier hören wir häufig den Rat: „Du musst lernen, Grenzen zu setzen.“
Doch was bedeutet das eigentlich?
Grenzen setzen bedeutet nicht, Menschen auszusortieren
Heute entsteht schnell die Idee, alles Belastende aus dem Leben entfernen zu müssen.
- Menschen, die anstrengend sind.
- Situationen, die Stress machen.
- Verpflichtungen, die Energie kosten.
Natürlich gibt es Momente, in denen Abstand wichtig ist. Allerdings entsteht dadurch nur kurzfristig Ruhe. Denn der eigentliche Stress sitzt oft tiefer.
Viele Menschen haben gelernt:
- sich anzupassen
- Erwartungen zu erfüllen
- niemanden enttäuschen zu wollen
Und genau das nimmt der Körper irgendwann wahr.
Sinnvolle Grenzen beginnen also im Wahrnehmen!
Grenzen entstehen nicht im Außen. Sie entstehen im Inneren. Es ist ein natürlicher Prozess.
Zum Beispiel in diesen kleinen Momenten:
- wenn sich etwas plötzlich eng anfühlt
- wenn wir innerlich genervt reagieren
- wenn wir eigentlich Ruhe brauchen, aber trotzdem zusagen
Der Körper sendet oft sehr früh Signale. Leider übergehen viele Menschen diese Signale zu lange.
Ich sehe es immer wieder bei mir in der Praxis – wie viel Klarheit entsteht, wenn Menschen beginnen, Signale ernst zu nehmen. Dann verändert sich etwas Grundlegendes:
Grenzen müssen nicht mehr hart erkämpft werden. Sie entstehen natürlicher.
Warum unser Nervensystem dabei eine wichtige Rolle spielt
Ein dauerhaft angespanntes Nervensystem macht es schwerer, die eigenen Grenzen wahrzunehmen.
Viele Menschen reagieren dann entweder:
- mit ständigem Funktionieren
oder - mit komplettem Rückzug
Beides bringt selten langfristige Ruhe. Der entscheidende Schritt ist oft ein anderer:
Zu verstehen, warum der Körper überhaupt so reagiert. Denn wenn Klarheit entsteht, wird auch das Nervensystem ruhiger. Grenzen dürfen ruhig werden.
Vielleicht geht es beim Grenzen setzen gar nicht darum, konsequenter oder härter zu werden. Sondern ehrlicher mit sich selbst.