Haben Sie schon einmal bemerkt, wie schnell wir uns nach einem langen Wochenende wieder an den Alltag gewöhnen? In der ersten Jahreshälfte kommen wir so ganz gut zurecht.
Nach Pfingsten aber beginnt für viele die Zeit, in der wir bis zum Sommerurlaub durcharbeiten. Wochen voller Termine, Verantwortung und Herausforderungen.
Der Alltag übernimmt das Steuer. Die Routine hilft uns beim Durchhalten.
Körper und Geist schalten auf Autopilot.
Wir funktionieren. Tag für Tag.
Und dann ist es endlich so weit. Der Urlaub beginnt.
Vielleicht haben Sie eine Reise geplant oder freuen sich einfach darauf, endlich einmal nichts zu müssen. Ausschlafen. Lesen. Spazieren gehen. Den Tag nach den eigenen Bedürfnissen gestalten.
Also hinein in den Liegestuhl oder die geistige Hängematte. Endlich Ruhe.
Oder doch nicht? Plötzlich rumort der Bauch? Der Hals kratzt? Eine Erkältung kündigt sich an? Oder Sie fühlen sich einfach nur erschöpft und kommen gar nicht richtig in Schwung.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie fahren seit Stunden mit 120 km/h auf der Autobahn. Der Motor läuft ruhig. Sie haben sich an das Tempo gewöhnt. Alles funktioniert. Und plötzlich taucht ein Hindernis auf. Sie müssen eine Vollbremsung machen. Die Reifen quietschen. Ihre Hände verkrampfen sich am Lenkrad. Der Atem stockt. Das Herz schlägt bis zum Hals. Der ganze Körper reagiert. Sie kommen rechtzeitig zum Stehen.
Wie lange brauchen Sie anschließend, bis sich alles wieder beruhigt hat?
Genau das passiert in unserem Körper und in unserem Geist, wenn wir nach Wochen des Durchhaltens, der Routine und des Funktionierens in den Urlaub gehen.
Monatelang läuft alles auf Leistung. Und dann treten wir bei 120 voll auf die Bremse. Wir kommen zum Stehen.
Was bedeutet das für unseren Alltag? Sollen wir weniger arbeiten? Wir können nicht jedem Hindernis aus dem Weg gehen.
Aber wir können etwas anderes tun. Wir können uns mit mehr Gelassenheit öfter mal eine Auszeit an der Raststätte nehmen.
Ich wünsche Ihnen einen Sommer, in dem Sie nicht nur Ihren Urlaub genießen, sondern sich auch im Alltag immer wieder kleine Inseln der Ruhe schenken.
Und im Oktober wenn der Urlaub nur noch eine Erinnerung ist – dann gönnen Sie sich einen Tag zum loslassen – im Kloster Roggenburg.
