„Eigentlich weiß ich genau, dass ich etwas verändern müsste.“
Diesen Satz haben wir vermutlich alle schon einmal gedacht.
Und trotzdem machen wir weiter – im gewohnten Trott.
Vielleicht kennen Sie diesen Moment auch: Plötzlich taucht der Gedanke auf: „Warum eigentlich? Warum mache ich immer so weiter?“
Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie schlecht schlafen, ständig gestresst sind oder immer wieder an die falschen Menschen geraten.
Was also lässt uns in alten, oft ungesunden Mustern weitermachen?
Es liegt meist nicht daran, dass es uns an Erkenntnis fehlt. Auch nicht daran, dass wir etwas nicht wirklich wollen oder zu bequem sind.
Der eigentliche Grund liegt viel tiefer.
Unser Gehirn liebt das Vertraute
Ich erinnere mich an meinen Sohn. Als Kleinkind schaute er bei der Werbung im Fernsehen immer ganz aufmerksam hin. Für ihn war das etwas Bekanntes. Er wusste, was jetzt kommt.
Genau so funktioniert das Gehirn.
Es liebt das Vertraute.
Nicht unbedingt, weil es besser ist.
Sondern weil es bekannt ist.
Denn Bekanntes vermittelt Sicherheit.
Selbst dann, wenn es uns nicht guttut.
Bekannt bedeutet berechenbar.
Und Berechenbarkeit vermittelt Sicherheit.
Das Nervensystem möchte Gefahren vermeiden
Auch unser Nervensystem arbeitet nach diesem Prinzip.
Seine wichtigste Aufgabe ist es, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und uns zu schützen.
Eine Veränderung bedeutet jedoch immer auch Unsicherheit.
Was kommt auf mich zu?
Schaffe ich das?
Was passiert, wenn ich scheitere?
Diese Fragen müssen wir gar nicht bewusst denken.
Unser Körper reagiert oft schon viel früher.
Vielleicht schlägt das Herz schneller.
Vielleicht werden Sie unruhig.
Vielleicht beginnen Sie zu zweifeln.
Viele Menschen deuten diese Reaktion als Zeichen dafür, dass der eingeschlagene Weg nicht richtig ist.
Dabei zeigt der Körper häufig nur eines:
Hier beginnt etwas Neues.
Warum selbst positive Veränderungen Stress auslösen können
Das Überraschende ist:
Auch Veränderungen, die wir uns von Herzen wünschen, können unser Nervensystem zunächst belasten.
Ein neuer Arbeitsplatz.
Ein Umzug.
Eine neue Beziehung.
Mehr Zeit für sich selbst.
Oder der Entschluss, endlich besser auf die eigene Gesundheit zu achten.
All das kann zunächst Unsicherheit auslösen.
Nicht, weil diese Entscheidungen falsch sind.
Sondern weil sie ungewohnt sind.
Unser Nervensystem braucht Zeit, um neue Erfahrungen als sicher einzuordnen.
Sicherheit entsteht Schritt für Schritt
Deshalb müssen Veränderungen gar nicht groß sein.
Oft sind die kleinen Schritte sogar die nachhaltigeren.
Es reicht manchmal schon, sich nicht immer auf denselben Platz am Küchentisch oder auf der Couch zu setzen.
Einfach einmal die Perspektive wechseln.
Manchmal verändert schon das den Blick auf die Welt.
Mit jeder neuen Erfahrung wachsen Vertrauen und Zuversicht.
Wir lernen, dass Veränderung nicht automatisch Gefahr bedeutet.
Und wir beginnen, uns selbst wieder mehr zu vertrauen.
Veränderung darf sich ungewohnt anfühlen
Vielleicht warten Sie schon lange auf den Moment, in dem sich eine Entscheidung endlich richtig anfühlt.
Doch dieser Moment kommt häufig erst nach dem ersten Schritt.
Nicht vorher.
Denn Vertrauen entsteht nicht durch Nachdenken.
Es entsteht durch Erleben.
Wenn sich Veränderung also zunächst ungewohnt oder sogar unangenehm anfühlt, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie auf dem falschen Weg sind.
Vielleicht verlassen Sie gerade einfach einen Weg, den Ihr Gehirn seit Jahren kennt.
Und genau darin liegt Ihre Chance.
Mein Impuls für Sie
Gibt es etwas, von dem Sie schon lange wissen, dass es Ihnen guttun würde?
Dann muss es heute nicht der große Schritt sein.
Vielleicht reicht ein kleiner.
Denn jeder neue Weg beginnt mit dem ersten Schritt – und mit der Erfahrung, dass wir ihn gehen können.
Haben Sie das Gefühl, immer wieder an denselben Punkt zurückzukehren?
Manchmal braucht es jemanden, der gemeinsam mit Ihnen hinschaut. Gerne unterstütze ich Sie dabei, herauszufinden, was Ihr Nervensystem im Moment braucht, damit Veränderung nicht länger bedrohlich wirkt, sondern sich Schritt für Schritt sicher anfühlen darf.