Die letzten Tage vor dem Urlaub sind häufig noch etwas hektisch – man will ja alles ordentlich hinterlassen.
Und die Koffer packen sich auch nicht von allein. Dann noch die Reise – nicht immer ein Genuss. Aber Hauptsache DANN – dann ist endlich Urlaub! Ankommen und Füße hoch. Keine Termine mehr. Kein Telefon. Keine Verpflichtung.
Und dann? Wo bleibt sie – diese Entspannung?
Ok – es fehlt vielleicht noch das richtige Getränk, ein Buch oder ein Kissen….
Und dann? Entspannung? Oder doch wieder etwas anderes? Der Griff zum Handy?
Es geht nicht so schnell, wie wir es uns wünschen, dass Körper und Geist sich nun voll und ganz entspannen können. Es braucht mehr, als ein Warten auf das „Nichts-tun“.
Entspannung ist ein Zustand, der entsteht, wenn wir uns bewusst der Entspannung hinwenden. Nicht oberflächlich abwartend – sondern ein direktes Hinwenden. Helfen Sie Ihrem Geist und Ihrem Körper, in die Entspannung zu kommen.
Klassisch sind es die Atemübungen, bei denen das Ausatmen viel länger dauert als das Einatmen. Die Art des bewussten Atmens aktiviert den Parasympathikus. Das System erhält die Erlaubnis, aktiv runterzufahren. Nicht von 120 auf 0, sondern Stück für Stück, Meter für Meter.
Anderen Menschen graust es davor, sich ruhig hinzusetzen und zu atmen. Sie brauchen Bewegung.
Laufen Sie – schnell oder langsam spielt keine Rolle – Hauptsache Bewegung. Schütteln Sie die Anspannung aus Ihrem Körper heraus. Mit jedem Schritt etwas mehr. Dafür darf die Entspannung in den Körper strömen. Sie werden wie von selbst ruhiger. Die Stille, die Ruhe kann besser genossen werden.
Ich möchte Sie zu einem kleinen Experiment einladen:
Setzen Sie sich für fünf Minuten an einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen.
Ohne Handy.
Ohne Musik.
Ohne Aufgabe.
Versuchen Sie nicht, sich zu entspannen.
Versuchen Sie einfach nur, da zu sein.
Beobachten Sie ganz neutral, was passiert.
Vielleicht werden Sie unruhig.
Vielleicht schweifen Ihre Gedanken ab.
Vielleicht möchten Sie sofort wieder aufstehen.
Das ist völlig in Ordnung. Sie machen nichts falsch.
Ihr System beginnt sich zu erinnern, wie sich Ruhe anfühlt.
Und Erinnerungen brauchen Zeit.
Versuchen Sie nicht, auf Biegen und Brechen möglichst schnell ruhig zu werden.
Sondern erlauben Sie sich die Bereitschaft, sich selbst wieder kennenzulernen.
Denn Entspannung ist keine Leistung.
Sie ist ein Zustand, den wir nicht erreichen müssen.
Sie war die ganze Zeit da.
Unter vielen Schleiern des Alltags.
